Montag, 19. Februar 2018

Heute führte uns der Weg einmal quer durch Phnom Penh an den östlichen Ortsrand dieser von Gerüchen, Farben und Geschäften geprägten Stadt. Die Preise für Sprit sind in den letzten Monaten rapide gestiegen und sind auf das Niveau Deutschlands gestiegen. Dadurch sind unsere Tuk Tuk und Taxifahrten leider erheblich teurer als geplant. Einen ÖPNV gibt es nicht innerhalb der Stadt.

Nach einer Stunde Fahrt, vorbei an unzähligen kleinen Shops die teilweise das gleiche anbieten, haben wir unser Ziel erreicht.

Mr. Vibol von SCAO International erwartete uns in einer sehr kleinen Schule, treffender wäre der Begriff Blechbaracke, im Hinterhof. Hier haben die Kinder die Möglichkeit nach/vor der Government School Englisch zu lernen. Wochenweise im Wechsel, haben die Kinder Vor- oder Nachmittagsregelschule.

Die Kinder erhalten nicht nur kostenlosen Englischunterricht, sondern bekommen auch eine Reismahlzeit zum Frühstück. So wird das Elternhaus zusätzlich unterstützt.

Da der Platz vor der Schulbaracke nicht nur zu klein, sondern auch zu niedrig für mich ist, verlegten wir die Show zweimal um die Ecke auf eine kleine Brachfläche.

Neben 25 Kindern, 1 Mauergast, 4 Kühen, reichlich Hühnern und Hunden hatten wir noch einige besonderen Gäste:

Sieben junge Menschen aus Deutschland, die hier als Volontäre ein Freiwilliges soziales „Jahr“ machen und den Kids Englisch- und Sportunterricht anbieten.

Während des Umziehens wurden wir gefragt, ob jemand aus Langwedel sei. Brav meldete ich mich und wir durften mal wieder feststellen, wie klein diese Welt doch auch ist, denn sie hatte gestern erst mit einer Freundin in Langwedel geskypt. Unter Anderem sprachen sie auch über den Besuch der Clowns. Die Langwedeler Freundin erzählt ihr, es gib bei ihr im Dorf auch einen Clown der solche Projekte macht aber das könne er ja bestimmt nicht sein.

Und doch - er ist es.

Die Show kam etwas zögernd in Gange, doch immer mehr Fahrzeuge hielten an um unserem Treiben zuzuschauen. Tuk Tuks, Mopets, PKW´s, Fahrrad und ein kleiner Laster verstopften die Straße.

Dann brach die Sonne durch die Wolken und die ersten Kids standen auf und gingen in den Schatten eines großen Baumes. Wir reagierten sofort und nahmen alle mit dorthin und hatten weiter viel Spaß an unserer Show.

Während der Ballonschlucknummer hob die Kuh den Schwanz und erledigte ihr Geschäft. Nur kurze Zeit später stand ich mit meinen übergroßen Schuhen auch schon drin im warmen Haufen des Lachens.

Auf dem Rückweg dann noch „schnell“ zum Optiker, Ollies Brille brauchte eine Reparatur. Auf dem Weg dorthin holte der Driver noch seine Frau und seinen Sohn vorm Krankenhaus ab. Da alle Sitze schon durch uns besetzt waren, saßen die Beiden zwischen unseren Tüten mit Showklamotten und -koffer.

Weil bereits um 5.30 Uhr aufgestanden waren, hatten wir uns eine Mittagsstunde redlich verdient.

Morgen geht’s auch wieder so früh los, etwas weiter aufs Land außerhalb Phnom Penhs.

Sonnig-clowneske Grüße
Heiko









Was für war ein Tag!!!

Ein Tag wie ein Rausch. Die Anstrengung durch die Hitze war zwischendurch zwar bemerkbar, aber die Erschöpfung kam erst hinterher wie eine Keule - bummm. Alle liegen danieder, auch weil es morgen wieder früh raus gehen wird.

Heute hatten wir entspanntes Aufstehen und wurden von einem Minibus mit gleich drei Menschen abgeholt. Unsere Verabredung führte uns zu einem Kinderheim, in dem ausschließlich durch Gewalt verschiedener Art traumatisierte und verlassene Kinder wohnen. Ich hatte vorher ausführlich mit dem deutschen Gründer gesprochen und er war auch persönlich anwesend. Mit diesem Wissen war es ein besonderes Ankommen.

Zunächst wurden wir freundlich zum Mittagessen empfangen, von den Kindern eher zurückhaltend beäugt. Zum Umziehen waren wir in einem privaten klimatisierten Schlafraum zweier Mitarbeiterinnen, die sehr viel Freude daran hatten, uns beim Umkleiden und Schminken zuzusehen und mit viel Humor allerlei Späßchen ausstanden.

Wir hatten eine super Showtime - endlich viele Zuschauer und eine abgeschlossene Situation. Das Publikum war Spitze und taute immer weiter auf. Und da es so schön war, wurde die Show wieder ein kleines bisschen länger... hier noch ein bisschen ausspielen und auskosten, dort noch ein bisschen mehr Wasser - wo das noch hinführen soll...

Dann erstmal eine Führung in Begleitung der Kinder durch das Gelände und die Wohnhäuser, dazwischen kleines Fußballspiel draußen in der prallen Sonne, Mantrasingen mit den Größeren in der Meditationshalle. Es folgte eine kleine wunderschöne berührende Khemertanzshow von den Mädchen und eine selbstbewusste , gekonnte Streetdanceshow von den Jungen, im Anschluss Tanzparty mit allen, dabei Khmertanzbewegungen lernen von mehreren jungen Lehrerinnen und Lehrern parallel, gleichzeitig Füße Hände, brrrr schöne Verwirrungen. Von allen Seiten kommen Kinderhände, die das Klatschspiel aus der Show spielen wollen, Wettbewerbe und die Freude, wenn man sich miteinander verhaspelt, weil es zu schnell ist oder einer es verpatzt, immer wieder Clownsnummern, kleine Zaubertricks mit den Händen, den Fingern, Sachen „verschlucken“ und „Huch“ da liegt es ja auf dem Stuhl spielen und mit Freude unsere Namen sagen: Mr Karot, Mr Bengbach, San dteijk -immerzu.

Andreas tanzt mit Hexenschuss Khmertanz und ist überglücklich, eine kleine Lektion zu bekommen, die Mädchen ebenso, solche interessierten Schüler zu haben. Ich versuche es und auch Heiko wird bald ein berühmter Khmertänzer sein - Finger spreizen und drehen – Wechsel! - es ist ein Fest!!!

Ja es war ein Fest - die Kinder haben gefeiert – mit uns mit sich - ausgelassen und wie sie sonst mit Besuchern nicht seien, sagen die Betreuer. Sie haben uns eingeladen, angefasst, mit uns gespielt, unsere Herzen berührt und ihre Momente geschenkt. Jubelnd wurden wir beim Antritt der Heimreise eskortiert und die Kinderhände wollten uns gar nicht fahren lassen. Danke. Danke. Akun.

Wir haben wie immer ein Foto dagelassen - das kommt in den öffentlichen Kasten, der Aufkleber kommt an den neuen Minibus und die rote Schaumstoffnase landete zur Freude aller auf der Nase des fröhlichen 70-jährigen Heimgründers Michael Weiss.

Grüße von Carola











Samstag, 17. Februar 2018

Endlich auf die Bühne

Wovon wir seit Wochen und Monaten träumten, was wir planten, organisierten, durchdachten, hat heute begonnen- Spielen vor Publikum! Noch dazu gleich im Doppelpack- zwei Shows kurz nacheinander. Dafür mussten wir früh raus. Um 5:55 Uhr klingelte der Wecker, schnelles Frühstück und dann ab mit dem Tuk Tuk. Eng war’s; vier ausgewachsene Europäer, ein dicker Showkoffer und vier Taschen mit Kostümen bzw. Fotoequipment mussten in das kleine Vehikel, und das war damit bis zum Rand gefüllt.

Es ist faszinierend, den Verkehr hier zu beobachten. Regeln, wie wir sie aus Deutschland kennen, scheinen hier niemanden zu interessieren und doch fließt der Auto-, Moped- und Tuk Tuk-Strom entspannt vor sich hin. Wir waren etwa 20 Minuten unterwegs und haben höchstens zwei Mal angehalten, um auf das Weiterfahren zu warten. Jeder wurschtelt sich immer irgendwie durch, rechts oder links überholen - egal, auch mal ein Stück auf die Gegenfahrbahn, Stoppschilder, rote Ampeln - wer stehen bleibt hat „verloren“.

Unser Auftrittsort war das „National Pediatric Hospital“. Der Chefarzt Vuthy Chhoeurn begrüßte uns persönlich und hatte alles bestens vorbereitet. Er überließ uns der Obhut seines Sohnes Raff, der uns zunächst eine kleine Lektion in Khmer gab. „Hallo“, „Mein Name ist...“, „Eins, zwei, drei“- und wieder mal klangen die Worte anders, als wir sie gestern gelernt hatten! Jeder scheint hier sein eigenes Khmer zu sprechen!

Die erste Show dann in einem klimatisierten Tagungsraum auf richtiger Bühne, die zweite im Foyer des Krankenhauses, noch etwas wackelig manchmal, hier und da zu lang, auch mal zu hektisch, aber es hat riesig Spaß gemacht, uns und dem Publikum. Und wir spielen uns ja erst richtig warm (im wahrsten Sinne des Wortes, bei den Temperaturen hier).

Ich freue mich, endlich loslegen zu können, ich freue mich hier zu sein und ich freue mich, dass mein Hexenschuss täglich schwächer wird. Und auf der Bühne spüre ich ihn sowieso nicht! Andreas










Freitag, 16. Februar 2018

Anfahrt und Ankunft 14.-16.02.2018


16.2. Phnom Penh
Hallo Deutschland, unsere kleine Reisegesellschaft von "Clowns ohne Grenzen" ist endlich unterwegs.
Vorgestern noch geprobt, (hier einen lieben Dank an Kerstin Daum, die noch einmal über die Show schaute und uns tolle Hinweise geben konnte), außerdem noch ein Interview gegeben, anschliessend Koffer-Wiege-Party gemacht...und ab mit vollgepacktem Auto zum Flughafen.



Für mich sind schon solche Flugreisen ein Faszinosum für sich. Ich finde es irgendwie magisch, in gut zwei Stunden mal eben quer über den riesigen indischen Subkontinent zu fliegen und in nicht einmal 14 Stunden nach 10.000 km am anderen Ende der Welt einfach wieder auszusteigen.






In dem Moment als ich aus dem Flughafen komme, trifft mich erst mal der Schlag - abends um 10 Uhr noch 29 Grad und gefühlte 300% Luftfeuchtigkeit... puh! Das wird hart für mich aber was tut man nicht alles für lachende Kinder ;)
Man merkt hier schnell, dass alles und wirklich alles anders läuft als bei uns, but so what? Es funktioniert hier auch - nur eben anders - ob besser oder schlechter werde ich vielleicht später mal berichten.


In der Ferienwohnung angekommen, Klimaanlage angemacht, noch ein bisschen geschnackt. Bei kalten Getränken und Knabberkram, was Käptain Heiko praktischerweise schon mitgeordert hatte, Pläne geschmiedet und noch ein paar Tips von Heiko bekommen. Es ist echt von großem Wert, wenn jemand mit ist, der's schonmal gemacht hat...
Heute nun der erste Tag in diesem Land, das ich bisher nur vom Hörensagen kannte. Der Himmel ist dunstig, bedeckt und es ist - "warm"... Heute ist "Ankommen" und Akklimatisieren angesagt. Ich sauge alles in mich auf - die Eindrücke, die Gerüche, den Verkehr und ... die Menschen hier. Sie sind, soweit wir bis jetzt erfahren haben, sehr offen und herzlich. Man staunt über den 2,02 m großen Kleinkünstler und uns lustige Europäer, die sich begierig nach ein paar Brocken in der Landessprache Khmer erkundigen und so ihre liebe Not mit der Aussprache des eben Gelernten haben. 





Trotzdem und wohl geade deshalb ist die Stimmung bei allen Beteiligten wirklich gut und wir freuen uns auf unsere Aufgaben... morgen erste Show - packen wir's an!
Liebe Grüße vom Pictuererer
Ollie

Dienstag, 13. Februar 2018

Letzte Vorbereitungen

Kambodschatour 2018



Die Kostüme sind gewählt, die Show steht schon mal; theoretisch, die Proben laufen, die örtliche Presse war auch schon da. Carola Schure, Andreas Gottschalk, Oliver Steinke und Heiko Mielke sind zur Zeit in Lüssow bei Güstrow und treffen die letzten Vorbereitungen, denn morgen fliegen die drei Valentinclowns und ihr Fotogenie über Dubai nach Phom Penh.
Unser Dank gebürt der Kirchengemeinde die uns ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen.
Einen kleinen Eindruck der Proben dürfen wir Euch schon zukommen lassen.







Freitag, 2. Februar 2018

THZ Nürnberg

Zwischenbericht auf der Zielgeraden:
 
Bilanz nach 4 Donnerstag Nachmittagen im Januar: 
 
Wir starteten jedes Mal in unsrer ’Homebase’ Bucherstraße, haben für die 6 Kinder im Haus ’Workshop gegeben’, vielleicht uns auch einfach nach Herzens-oder Spiellust den Inhalten der Zirkuskiste hingegeben, und auch in wechselnder Besetzung mit Mamas, Verwandten, Kolleginnen Clown trainiert und gespielt. 
Des weiteren waren wir ein 2.Mal in einer Flüchtlingseinrichtung im Nürnberger Norden, boten nochmals einen Workshop an, zu dem nicht nur die bekannten Kinder und Mütter kamen, sondern weitaus mehr Menschen, wir zusammen unsere Spiel- und Zirkusfertigkeiten vertieften, und sich auch der eine oder andere Bruder und Papa zum Ausprobieren hinreißen ließen.....
Außerdem konnten wir Erinnerungsfotos von unserem ersten Besuch überbringen, danke an Moni Single, nicht nur für die Organisation und die  nächtlichen Schnitt- und Laminieraktivitäten .....!
Auch neue Einrichtungen konnten wir mit Minishow und Workshops begeistern.
Danke an dieser Stelle an alle kooperierenden Menschen und Institutionen, die unsere Besuche unterstützten, an alle Workshopleiter/Innen und vor allem an das Trauamhilfezentrum Nürnberg: Marion Nagengast-Schneider, Julia Krieg, Tilman Rentel und First Steps, dem Integrationszentrum der Johanniter.
Morgen heben wir zum Endspurt an! Für den letzten Tag haben wir uns nochmal richtig was vorgenommen!