Mittwoch, 22. März 2017

DANKE

Nachdem wir am Montag dreimal aufgetreten sind, hatten wir heute nur einen Auftritt. Wir sind heute bereits um 8 Uhr abgeholt worden, da wir eine längere Fahrt, d. h. 2-3 Std., erwartet hatten. Nach einer guten Stunde waren wir schon am Ziel: das Sushma-Koirala-Memorial-Hospital for Plastic and Reconstructive Surgery (also für Plastische und Wiederherstellungschirurgie) in Sankhu/Kathmandu. Das SKM-Hospital wurde 1997 von Prof. Dr. Gottfried Lemperle gegründet und befindet sich in der Trägerschaft von Interplast Germany e.V.

Hier werden Menschen mit Fehlbildungen wie z. B. Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, mit lebensbedrohlichen Verletzungen z. B. nach Unfällen im häuslichen Bereich, im Straßenverkehr oder auf der Arbeit bzw. bei Verbrennungen behandelt. Die Behandlung ist für mittellose Menschen kostenlos. Die zwei OP-Säle und alle notwendigen medizinischen Nebeneinrichtungen wurden nach deutschem Standard eingerichtet. Zusätzlich gibt es einen Zahnarzt, Physiotherapie und 1x/Woche gynäkologische Sprechstunde. Der Chefarzt sowie vier Assistenzärzte sind Nepali, während die Gastärzte aus Deutschland kommen und mehrere Wochen und manchmal Monate bleiben. Interplast Deutschland e. V. finanziert die Ausbildung nepalischer Ärzte, die sich im Gegenzug verpflichten für min. 5 Jahre im Hospital zu arbeiten. Patienten, die ins Krankenhaus kommen, haben immer einen Betreuer, den die eigene Familie stellt. Der Betreuer hat z. B. die Aufgabe, die Wäsche zu waschen und kümmert sich um die Körperpflege des Patienten und bringt ihm das Essen, wenn er nicht in die Kantine gehen kann. Er wohnt die gesamte Zeit mit im Zimmer des Patienten. Falls ein Arzt eines bestimmten Fachbereiches nicht vor Ort ist, werden Patienten mit entsprechenden Beschwerden gebündelt und eben dann behandelt, wenn der Facharzt verfügbar ist. Das Hospital hat 50 Betten, eine eigene Wasserfilteranlage, einen eigenen Brunnen, eine Müllverbrennungsanlage, eine Bio-Kläranlage, eine eigene Wäscherei,

Werkstätten und Geräte zur Sterilisation. Für Gastärzte gibt es Unterbringungsmöglichkeiten und eine Gästeküche zur Selbstversorgung.
Mehrmals im Jahr finden OP-Außencamps statt, d. h. ein Team fährt mit komplettem Equipment in entlegene Regionen Nepals, um vor Ort zu operieren und Kranke zu behandeln. Gleichwohl gab es schon Patienten, die 14 Tage zu Fuß unterwegs waren, um zum Hospital zu kommen. Wer nähere Informationen möchte, kann sich gerne hier informieren: www.nepalhospital.de
Einen herzliches Dankeschön an dieser Stelle gilt Trudi Reske aus Voerde/Niederrhein, die uns liebevoll empfangen hat und durch das Hospitalgelände geführt hat. Sehr zu empfehlen sind ihre Hühnersuppe und ihr Bananenkuchen!!! :-)
Ca. 100 Leute haben unsere Show angeguckt. Premiere - wir haben auf Rasen gespielt! Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir die Menschen einmal mehr begeistern, die teils auf dem Rasen saßen, im Rollstuhl oder auf Tragen mit Rollgestell. Wie schön, dass wir da sein durften.






Rückfahrt nach Kathmandu. Schätzungsweise 90 % der Straßen Nepals sind in schlechtem Zustand, d. h. nicht asphaltiert bzw. mit extremen Schlaglöchern versehen oder gleichen schlechten Feldwegen. Daher finden sich vielerorts Baustellen, um die Fahrbahn zu verbreitern und an den stetig wachsenden Verkehr anzupassen. Das ist auch dringend nötig. Unglücklicherweise befinden sich neben den Straßen häufig Wohngebäude, die dem Ausbau der Straßen im Weg stehen. Das Vorgehen der Behörden ist hier folgendermaßen: Zunächst werden die Häuser mit Zahlen markiert, die um einen oder mehrere Meter nach hinten versetzt werden müssen. Unternimmt der Hausbesitzer nichts, wird ein Loch in das Haus geschlagen, quasi als Erinnerung. Wird der Hausbesitzer dann immer noch nicht aktiv, wird ein zweites größeres Loch in das Haus geschlagen, dies ist die letzte Warnung. Nach Verstreichen der letzten Frist kommt das Räumkommando und das Haus wird abgesägt. Man sieht im Vorbeifahren viele Häuser, die wie "abgeschnitten" aussehen. Auf diese Art wird für die neue Straße Platz geschaffen.

Da wir recht früh wieder im Hotel waren, blieb noch genug Zeit und Susie konnte einen Clowns-Workshop einschieben, den sie für Theaterschaffende am Abend auf Initiative von Diperson Jung Rana, President von ASSITEJ Nepal (International Association of Theatre for Children and Young People), gegeben hat. 18 Teilnehmer lauschten interessiert ihren Ausführungen und gingen begeistert in die Praxis-Übungen. Danke für diesen tollen Tag! Arne

Alles relativ ---

Relativ früh um 7.30 Uhr sollte es heute losgehen, aber aufgrund einer Informationslücke ging es eine knappe Stunde später dann wirklich los in Richtung Westen von Kathmandu. Unterwegs pickten wir wieder unseren treuen Guide Ganesh auf. Relativ kurz ist der Weg zur Schule Mongol Secondary School aber aufgrund des Straßenausbaus benötigen wir relativ lange dorthin. In drei Jahren soll der Ausbau fertig sein.
Knappe 100 Meter von der Hauptstraße entfernt liegt die .... Schule. Entsprechend war die Fein-, Mittel- und Grobstaubbelastung.
Es ist eine staatliche Schule mit 350 Schülern. Gut 200 Kinder waren anwesend und wir spielten unsere Show in einem kleinen Saal. Sonja hat es nicht geschafft während der Show noch einen Platz zu ergattern, um Fotos zu machen. Sie hat stattdessen die Klassenzimmer besichtigt. Ebenso mussten auch der Direktor und einige Schüler die performance vom Fenster aus verfolgen.







Ich hatte es mit einer besonderen Schwierigkeit zu tun. Genau längs der Bühne verlief in etwa 185 Zentimetern Höhe eine Metallverstrebung. So musste ich während der kompletten Show ständig aufpassen mir nicht den Kopf anzuhauen. Die Show machte uns und den Kindern riesig Spaß und der Schulleiter war am Schluss komplett sprachlos und das nicht nur sprichwörtlich.
Anschließend haben wir in relativer kurzer Zeit einen leckeren, heißen Marsalatee getrunken und noch gefühlt 1000 Autogramme geschrieben.


Ab ins Auto und rein in den Stau. Wiederum für relativ wenige Kilometer relativ viel Zeit benötigt.
Jetzt ging es zur Emile Academy International in der Nähe des Flughafens. In der privaten Schule für alle Klassenstufen begrüßte uns der Principal (Direktor) der Schule. Nach dem üblichen gegenseitigen Kennenlernen spielten wir im riesigen Schulhof vor 450 Kindern und etwa 30 Zaungästen vom schräg gegenüberliegenden Straßenmarkt.






Auch hier bekam der Principal, wie jeder Schukdirektor nach der Show  eine Clownsnase von uns aufgesetzt, nachdem  er seine Zustimmung dazu gegeben hat und war, wie immer, der Star der Schule.
Nach einem kleinen Früchteteller im Anschluss der Show im Büro ging es wieder zurück zu unserer Unterkunft. Dort der relativ übliche tägliche Ablauf und die Planung der letzten Tage.
Ein insgesamt relativ normaler Tag, aber wieder voller wunderschöner intensiver Erlebnisse.
Alles relativ eben.


Toni

Montag, 20. März 2017

Village life (Deutsch)

Heute haben wir den Blog sowohl auf Englisch wie auf Deutsch gepostet. Viel Spaß!


Es gab kein Zeichen, kein zerbrochener Spiegel oder schwarzer Kater, der uns auf den Tag vorbereitet hätte, den wir erleben sollen. Im Film gibt es ja immer so eine schräge Musik, die dich schon in die richtige Stimmung versetzt und dich warnt, dass nicht alles so kommen wie erwartet. Nicht bei uns. Bei uns war es der normale Lärm vom Wecker und Straßenverkehr.

Eigentlich ging er gar nicht so schlecht los, der Tag. Es war schönes Wetter, das Hotel war ruhig, wir wollten los um etwas Kleines zu frühstücken. Anita Fricker's Handy hörte auf zu funktionieren, aber das war nichts schlimmes (so lang dass man nicht Anita war...) Wir saßen am Straßenrand und tranken Tee, viel länger als erwartet, weil unser Koordinator eine Stunde Verspätung hatte. Er schien es nicht zu merken als er endlich erschien.

Er hatte uns erzählt, dass wir eine Stunde Fahrt vor uns hätten, aber nach fünf Minuten im Auto, waren wir schon am Ort. Wir hätten die Strecke locker zu Fuss gehen können, wir sahen die Stadt noch vor uns am Berg! Nach einen kurzen Spaziergang runter zum Dorf, spielten wir eine sehr schöne Show für die Dorfbewohner. Es war gerade Müttertreffen, deswegen spielten wir hauptsächlich für Frauen und Kinder. Sie quetschten sich zwischen zwei wackelige Häuser umzingelt von Schafen und lachten ständig. Sogar der eine betrunkene Mann im Ort war glücklich und viel weniger problematisch als angenommen.


"Es ist sehr heilsam für die Kinder, so etwas zu erleben. Das war das erste Mal seit dem Erdbeben, dass die Kinder so unbeschwert gelacht haben" sagte eine Frau zu uns als wir losfuhren. So wie es aussah, war es vielleicht das erste Mal seit langem, dass irgendjemand im Dorf länger gelacht hat. Wir waren alle sehr berührt als das Auto wieder los fuhr.

Wieso so negativ? Eigentlich kein schlechter Start zum Tag! Der nächste Stop sollte weiter entfernt sein: unser Koordinator hat sich für ein sehr abgelegenes Dorf entschieden, zwei Stunden auf einer der schlechtesten Straßen auf unserer Reise (und wenn du unseren Blog verfolgt hast, weißt du, dass wir schon einiges erlebt haben!). Zwei Stunden bergauf, auf engen Strassen, die Erde mal hoch, mal tief, mit riesigen Steinen unter unseren Rädern und meistens in einem steilen Hang. Der Himmel verdunkelte sich, und Regen lag in der Luft. Shilpee meldete sich: jemand ist während der Nacht im Theater eingebrochen und hat über 500.- € in Equipment gestohlen. Finanziell sehr viel für das Theater, aber noch schlimmer, es wurden alle Werkzeuge mitgenommen, mit denen die Schauspieler ihr Bühnenbild bauen. Diese Nachricht hilft unserer Stimmung nicht besonders​.

Das Dorf ist tatsächlich abgelegen und irgendwie sehen die Menschen  nicht sehr glücklich aus. Es gibt ein Dorftreffen wo wir spielen sollen - ein Treffen über Politik. Es gab einzelne Frauen und Kinder, und zweihundert Männer.

Obwohl die Show langsam und leise anfängt, lockert das Publikum sich schnell auf und macht mit... Nur die Leiter des Treffens, Est denen es eigentlich abgesprochen war wollten uns nicht spielen lassen. Nach zehn Minuten fingen sie an, durch den Lautsprecher zu reden, und nur mit ständigen Verhandlungen während der Show, schafften wir es weiter zu spielen. Wahrscheinlich wollten sie ihr Treffen beginnen, weil - wegen uns - so viele Leute da waren. Aber nach zwanzig Minuten, gings wieder los, und sie sagten, ständig, "Now finish!"
Wir versuchten alles, die Show noch fertig zu spielen (ich packte sogar ihre Micros in meinen Koffer), aber es half nichts. Obwohl das Publikum uns sehr genießt, mussten wir ein spontanes Ende spielen. Wir waren alle sehr verärgert - schlussendlich war die Show mit ihnen abgemacht und auf dem langen Weg dorthin hätten wir für mehrere ähnliche Dörfer spielen können. Aber es war leider nichts zu machen. Der Regen lag nocht in der Luft, und wenn es regnen würde, würden wir da übernachten müssen. Eine Autofahrt auf diesen Straßen in Matsch, wäre lebensgefählich.


Der Regen blieb zum Glück aus aber es dauerte wieder zwei Stunden bis wir auf eine bessere Straße kammen, und dann wieder zwei Stunden bis wir in Kathmandu waren. Mittlerweile hatte auch Yubarajs Handy den Geist aufgeben und, als ob beleidigt, lies es sich nicht wieder laden. Noch so ein kleines Ärgernis. In Shilpee herrschte trübe Stimmung wegen dem Diebstahl, und als wir essen gingen, ass ich etwas, das mich die ganze Nacht mit Magenbeschwerden wach ließ.

Es gab keine schräge Musik als ich einschlief, auch nicht beim intensiven Hinhören. Daher hegte ich die Hoffnung, dass morgen besser wird als heute...




Village life (English version)

Early in the morning we searched for a tea house along the road, then waited close to an hour for our guide. He'd found us two villages to play in. The first he said was an hour away, yet turned out to be in walking distance from our hotel. It was situated down a small path underneath the main road - barely more than a scattering of houses than a real village. 


All the villagers had gathered in a tiny square not bigger than a European living room. It was the weekly mothers meeting, so we played for almost only women and children. One hundred and fifty of them jammed so tightly that walking through was difficult. From the moment we began, they were enjoying themselves, even the drunk who remained at the back and occasionally cheered loudly. We hung around afterwards, shaking hands as seeing their happy faces.


One woman told us, it would be wonderful if the village could experience such actions regularly - it was the first time the children had laughed so much since the earthquake.

We headed to the next location, a good two hours drive down a disaster of a road. We've seen bad roads, even terrible ones, but this one topped them all, being both eroded, narrow, up hill and seemingly endless. We crawled up maybe 800 metres of altitude along it's snaking length, dipping and bumping crazily before reaching our destination and what would be our most frustrating performance during the tour.


The village was just in the before a political meeting, which, in comparison to the first village, was mainly visited by men: old men, young men, important men, nobody men, ugly men, beautiful men, warty men, smelly men, charming men... All the varieties you could ask for, but very definitely male. We all feared a tough show.

But they warmed up quickly, and even though it was an extreme contrast to the morning, it was pleasant enough to play. That is, until the organisers, who had invited us, began to interrupt the show... Ten minutes in, they began to talk into their microphones, as if we weren't there. As we played, we had to broker a deal with them at the same time, and the only possible negotiation was to put their microphones into my suitcase... Despite our valiant efforts, we had to cut the performance short. Much to our dismay and that of the audience. Understandably, we were all quite annoyed.

Rain threatened, and we would be stuck in the hills overnight if it came, so in a bad mood we left the village. It took another two hours to get to another main road, and equally long to return to the dusty streets of the capital. Shilpee had been broken into the night before, with over 500€ worth of equipment stolen while the actors slept. It was a double disaster, since that's a lot of money in Nepal, plus they need the equipment to build their props. No need to say, that the Shilpee crew was depressed. They work so hard (sometimes 14 hours a day) to bring theatre to the people, that to be robbed is a demoralising blow.

Tomorrow is the our final show in Nepal, for World Children's Theatre Day. Let's hope it goes better than today!




Alle guten Dinge sind drei

Fast pünktlich um 9.45 kamen wir los. Unser Begleiter heute ist wieder Kiran, schon fast ein uralter Freund, so fühlt es sich an.
Der Wahnsinnsverkehr fühlt sich auch schon fast wie ein alter Bekannter an. Wir fahren zur Dhurba Tara School. Dort erwarten uns ca 350 Kinder und, weil wir wieder draußen spielen, unzählige Menschen auf der Straße, in Fenstern, auf den Dächern und Balkonen der umliegenden Häuser. Wie immer amüsieren sich die Kinder aller Altersstufen königlich über unsere Show. Als besonderes Special hatten wir überraschend den Schuldirektor als Live-Moderator während der Show. Natürlich haben wir keine Ahnung, was er gesprochen hat, und ob ob des gruseligen Mikrophontons überhaupt irgendjemand irgendetwas verstanden hat, das war auch an den (Nicht-)Reaktionen der Kinder nicht erkennbar.

Dennoch ist für mich immer ein besonderer Moment, wenn sich der Direktor bei uns bedankt (meist mit Willkommens-Glücks-Schal), wir ihm dann unsere Postkarte überreichen und ihm/ihr dann (natürlich mit Erlaubnis) unsere Dankes-Glücks-Clownnase aufsetzen:  Manchmal kostet es sichtlich Mut, das vor den Schüler/Innen zuzulassen, jedoch der tosende Applaus jedes einzelne Mal schafft sicherlich eine ganz große Verbindung und Sympathie zwischen Direktor und Schülerschaft.






Heute konnten wir leider nicht mehr mit dem Direktor noch eingehender über die Arbeit der Clowns ohne Grenzen sprechen, eine Aktion, die mir auch immer sehr viel Freude bereitet, doch ein schnelles Glas Cola mit Keks am Auto mußte unbedingt noch sein. Ohne Dankestrunk darf kein Gast entlassen werden. 
Am Hauptstraßenverkehrschaos vorbeischleichend eilten wir in Kostüm und Make-up zur zweiten Performance in der National Blooming Flower Academy.
Im Garten performten wir vor ca 80 ziemlich kleinen Kindern, die wie die zahlreichen Zaungäste unsere Show aufs höchste genossen und uns hinterher mit Stirnfarbe segneten und uns liebevoll die Schals umhingen.


Diesmal langte es nicht mal mehr für ein Getränk, wir mußten uns super zum nächsten Auftritt beeilen.
Im Auto Kostüm und Maske rundumerneuert, Requisiten soweit wie möglich vorbereitet und im Steh-Stau die Menschen rundrum durch unseren ungewöhnlichen Aufzug erstaunt und erfreut.
Mit Ach und Krach schafften wir es grade noch in den 7.Stock der City Hall Shopping Mall, wo sich ein kleines Theater befindet. Es harrten ca 120 Zuschauer unser. Wir spielten anlässlich des 1. World Day of Theatre for Children der Assitej Association Nepal und genossen die Theateratmosphäre.




Der Unterschied ist, daß man das Publikum im Dunkeln fast nicht sehen kann und somit noch genauer und feiner die Reaktionen hören und spüren muß. Es gab noch ein ausführliches Gespräch mit dem Publikum im Anschluß und dann eine Momo-Session mit den Theaterbetreibern. Momos sind maultaschenähnliche Köstlichkeiten mit eindeutigem Suchtfaktor.....
Kiran läßt sein Auto fit für unsere kommenden Fahrten raus aus Kathmandu machen, wir gehen nachhause und erledigen unsere üblichen Aufgaben. Der Abend wird ein frühes Ende nehmen (müssen), da es morgen sehr früh los geht.
Susie.
Nachtrag: am Folgetag erschien ein artikel in der Kathmandupost:
http://kathmandupost.ekantipur.com/printedition/news/2017-03-21/clowns-without-borders-mark-childrens-theatre-day.html

Sonntag, 19. März 2017

Heute ist Sonntag

Sonntag ist in Nepal Wochentag. Das heißt auch, die Kinder gehen am Sonntag in die Schule. Heute morgen ist es recht frisch, keiner von uns geht ohne Pulli oder Jacke raus. Pünktlich um 9:30 h steht unser Fahrer vor der Tür - und los geht's. Erste Station heute ist die Cosmic International Academy, eine Privatschule mit ca. 1.200 Schülern. Die Schule macht einen sehr gepflegten Eindruck, sauber, spezielle Räume für Computer, Chemie, Bibliothek sind vorhanden bzw. im Aufbau. Unsere Show gesehen haben ca. 800 Schüler. Die Kinder, die diese Schule besuchen, scheinen nicht aus armen Verhältnissen zu kommen. Same Procedure as every day: Wir werden ins Büro des Direktors gebeten und trinken Tee. Dann begucken wir unseren Auftrittsort, d. h. hat es eine Bühne und wenn ja, spielen wir auf ihr oder ist es sinnvoller auf dem Platz vor der Bühne zu spielen, wo werden die Kinder sitzen (Stand der Sonne!)? Ganz wichtig ist immer, die Erlaubnis einzuholen, ob wir die Kinder fotografieren und die Fotos auf unserem Blog veröffentlichen dürfen - "because we are very german Germans". :-) In keinem Fall wurde uns das bisher versagt.
Wir ziehen uns um, derweil werden die Kinder in den Hof geführt. Generalstabsmäßig reiht sich eine Klasse nach der anderen vor der Bühne auf. Es gleicht einer Choreografie. Sowas haben wir noch nicht gesehen! Dann endlich geht's los! Die Kinder sind superfröhlich und voller Energie! Beim ersten Kontakt fangen 800 Kinder an zu jubeln und zu schreien und zu klatschen - obwohl wir noch gar nicht gespielt haben! Saustark! Sowas haben wir auch noch nicht erlebt. Die Energie überträgt sich auf uns, und wir spielen unsere gefühlsmäßig beste Show. Danach in die Menge, die Kinder möchten natürlich Kontakt zu uns - und umgekehrt. Das ist bei so einer Menge Kindern nicht unproblematisch, wenn man, wie heute geschehen, sich in der Hocke befindend von Kindern umringt wird. Mit einem mal entwickelt sich eine Eigendynamik, man verliert das Gleichgewicht und fällt um. Es wird an einem gezogen und geschoben, und man kann sich nicht dagegen wehren. Und dann passiert es, dass Kinder auf dem Boden liegen und es von alleine nicht mehr schaffen aufzustehen. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Nach der Show wieder der obligatorische Masalatea.
Weiter zum nächsten Auftrittsort. Wir kommen am Flughafen vorbei und fahren zur Nirmal Batika Academy. Ca. 80 Kinder schauen unsere Show an. Etwas Konfusion entsteht, als die Kinder etwas anders im Schulhof stehen, als erwartet. Ja wo spielen wir denn jetzt? Während der Show gesellen sich immer mehr Interessierte an den Zäunen und Balkons benachbarter Gebäude dazu. Selbst hinter uns stehen Zuschauer. Die Kinder sind begeistert und applaudieren kräftig. Wie schön es ist, all die lachenden Gesichter zu sehen. Arne.