Donnerstag, 5. April 2018

Transfer-, Abschiebe- oder Ankerzentrum..

...welchen Namen die Einrichtung hat ist unseren Clowns egal. Wir begegnen Menschen - die ein Lachen und Freude gut brauchen können!


Anbei ein schöner Zeitungsartikel aus dem Donauanzeiger von Sonja Lehner - sie kümmert sich in der GU Schöllnstein um die Bewohnerinnen und Bewohner.

Viele Familien sind dort untergebracht und wir wurden mit unglaublicher Herzlichkeit begrüßt und willkommen geheißen. Der Zusammenhalt vor Ort hat uns beeindruckt und die Menschen haben uns berührt! Danke für die schönen Begegnungen und die Gastfreundschaft! 


An dem Tag waren wir auch noch in einer Unterkunft in Osterhofen. Hier sind viele Erwachsene untergebracht - aber auch hier war die Freude ungebrochen über die willkommene Abwechslung.


Herzlichst Mia

Sonntag, 18. März 2018

15.-18.03.2018, vier Tage im Besprechnungsrausch.

Am Donnerstag Vormittags ging es los mit unser ersten Vorstandsitzung in 2017. Am Abend dann die Jahreshauptversammlung.
Freitag ging es dann von München nach Ottobeuren zum jährlichen Visionswochenende.
Einige der diesjährigen Theman waren; Kriterien und Grundlagen von beantragten Reisen, Überarbeitung unseres Reisehandbuches, die neue Webseite. Rückblick aus das Visionstreffens 2016, ....
Einen herzlichen Danke an This Zogg als "Hüttwart" fürs bekochen und betüddeln und Stefan Clotz, der unseren Prozess wieder ehrenamtlich als Coach begleitet hat.




Freitag, 16. März 2018

Ein Dank im Postfach

Dear Andreas,

I write to pass on so many thanks from everybody at Honour Village Cambodia for your performance on the 4th March.
We have never seen the children laughing so much, it was a delight to see and something unique for everyone there.
We wish you well for the future.

Best wishes,
Sean.


Dienstag, 13. März 2018

Unsere Reise in Zahlen

Auf unserer Reise haben wir 34 Shows gespielt und 2 Workshops gegeben. Dafür sind wir 1800 km durchs Land gefahren.
Die rund 10000 Fotos und Videos von Ollie passen gut auf eine 100GB Festplatte. Alle geposteten Fotos sind 1zu1 aus der Kamera und nicht bearbeitet, wann auch?!
Wir hatten 5250 Zuschauer die von 27 Projekten eingeladen wurden. Zusätzlich an manchen Orten viele Zaungäste.
Bei den Proben und Shows wurden 50 Luftballons verschluckt und 75 platzten gelassen, oder sind durch widrige Umstände kaputtgegangen.
Die getrunkenen 350 Liter Wasser entsprechen 350 Liter Schweiß der sich in unserer Kleidung sammelte.
Wie viele Kilo Reis wir vertilgt haben bleibt ungewiss.
Andreas nutzte die Chance und ist zweimal auf nem Moped mitgefahren.
Mangos, mindesten fünfzig, frischreifsaftigeleckere, haben wir gegessen oder im Shake/ Lasse genossen.
Nicht zu vergessen 10 Liter frisch gepresster Zuckerrohrsaft und ebenso viele Cocusnuts.
Müde, erfüllt und mit vielen Eindrücken im Rucksack machen wir uns kurz nach Mittagnacht auf den Weg Richtung Hamburg.
Bitte heizt etwas ein für uns.
Sawadee krap aus Bangkok
Heiko


Donnerstag, 8. März 2018

Rekordverdächtig

Um 7.45 Uhr tänzeln wir mit Musik aus unserer „Garderobe“ in Richtung „Bühne“. Wir sind etwas außerhalb Battambangs in einer Preschool. Normalerweise ist heute schulfrei, da auch hier in Kambodscha der Internationale Frauentag gefeiert wird.
Auf dem sandigen Schulhof, wie mag der wohl in der Regenzeit ausschauen, hocken und stehen etwa 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Immer mehr Zaungäste gesellen sich dazu. Plötzlich wird es leerer im Kreis, weil ein Lehrer vom Kiosk aus den Kindern irgend etwas zuruft. Anscheinend ist Getränke- und Essensausgabe. Tapfer spielen wir weiter und der Kreis füllt sich wieder wie zuvor.
Übrigens bedeutet 7.45 Uhr Show, dass wir bereits um 5.45 Uhr hoch sind, um noch frühstücken zu können. Je nach Vorliebe hatte jeder schon gestern Abend sein Frühstück bestellt. So standen Reisnudelsuppe, Baguette mit Omelett und Fruitplate auf dem Tisch.
Mein Teller war gefüllt mit Banane, Mango, Ananas, Litschi und Dragonfruit, diese Vielfalt an frischen, süßen, farbenfrohen Früchten werde ich vermissen.

Mittlerweile sind wir wieder in unserer grünen Oase angekommen und machen Pause. Um 12.50 Uhr geht‘s wieder los zu Show Nr. 2.
Gestern Abend fragt uns das Guesthousebesitzerehepaar, ob wir nicht gegen Abend auch eine Show auf dem hiesigen Dorfplatz spielen könnten. Und jetzt nach der ersten Show haben wir uns entschlossen auch diese noch zu spielen. Anderenfalls wäre es ja nun vorbei, was wir nicht so richtig wahrhaben wollen.

Wir spielten in einer Halle der Schule die auf dem Gelände des Childsave Network. Hier gibt es neben dem Office ein paar Wohnhäuser, in denen einige der Waisenkinder leben. Weitere wurden mopedweise aus den Unterkünften der Umgebung herangefahren. So kamen wir auf 120 Zuschauer.
Auf dem Rückweg zum Guesthouse kurz noch Besenshopping für MeckPom.

Schnell die Showklamotten in die Sonne gehängt und etwas verschnaufen. Und kurze Fotosession mit der jüngsten Hausbewohnerin.  Rein in meine Riesenschuhe, Nase auf, Teller in die Hand und fertig ist der kambodschanische Clownsnachwuchs.
Dann machten wir uns, geschminkt und mit Musik, im TukTuk auf zur Derniére. Während der Fahrt machen wir noch Werbung für unseren spontanen Auftritt fürs Dorf.  Zunächst war nur eine Hand voll Kinder dort. Also auf die Sandschotterpiste gestellt und weiter Musik gemacht. Nach und nach kamen immer mehr neugierige Gesichter auf uns zu. Mopeds, Fahrräder, der Eistuktukmann, Landmaschinen, alle hielten an und staunten, bleiben stehen oder schauten bis zum Schluss.
Die staunenden Blicke der Kinder über drei mit roten Nasen mitten im Zentrum des Straßendorfes überwiegen mehr wie lautes Lachen. Erst nach und nach tauen sie auf.   

Wie es oft ist, bekommt man den Fotografen, obwohl er alles ins rechte Licht setzt, selbst nicht so zu sehen. Einiges konnte er auf der Tour sammeln. Darum hier geballt unser Ollie.
Herzlichen Dank für dein Dabeisein.
Dieser herzliche Dank gebührt natürlich auch meinen beiden Clownskollegen Carola und Andreas. Es war mir eine Freude, mich Euch auf der Bühne zu stehen. Und um die Dankesrunde zu komplettieren gehen weitere Danke schön an alle NGO-MitarbeiterInnen für ihre vielfältige Unterstützung, unserem Taxidriver Han und den unterschiedlichsten Betreibern und Mitarbeitern der Hotels und Guesthouses. Nicht zuletzt unseren Vereinsmitgliedern und Spendern, die diese wichtige Arbeit erst ermöglichen.

Morgen um 5.30 Uhr, aufgemerkt, das Team hat sich zu Frühaufstehern entwickelt, geht unser Taxi zur thailändischen Grenze und dann weiter nach Bangkok.
„One Night in Bangkok“

Und wie geht es mir? Auf jeden Fall fühl ich mich erfüllt. Erfüllt in Herz und Seele, zu wissen etwas Sinnvolles zu tun. Das haben uns auch die hier lebenden und arbeitenden NGO-MitarbeiterInnen immer wieder bescheinigt. So erzählten und schrieben uns immer wieder sich aufopfernde Menschen aus aller Menschen Länder, denen wir begegnet sind. Einige verbringen ihren Lebensabend damit, für Kinder der Ärmsten da zu sein, ihnen Bildung und Nahrung zukommen zu lassen. Andere machen ein Freiwilliges Soziales Jahr oder arbeiten bei Hilfsorganisationen der unterschiedlichsten Couleur.
Mit einem tollen Team unterwegs, fast gewesen zu sein. Allen war von Anfang an klar, wir sind hier für die Kinder unterwegs und müssen unsere persönlichen Macken hintenanstellen. Nicht immer einfach, wenn man mehr oder weniger 24 Stunden aufeinander hockt.

AKON DANKE
Heiko























Battambang

Da sind wir jetzt – ein bisschen außerhalb in einer Ansammlung wundervoller Dream Bungalows - frisch gebaut, erst im November letzten Jahres eröffnet - die einzigen Gäste gerade und die Betreiber haben Zeit, sich mit uns zusammen zu setzen. Auch der Bestfriend Tucktuck-Driver, der uns gerade zur Show und zurück brachte, sitzt hier und macht ein Bier auf. Ja Show, nein nicht unsere. Wir sind noch ganz trunken von den schönen Bildern mit den jungen Menschen die im PhareCircus ihre akrobatischen Künste zeigten. Eingebettet in eine Geschichte mit clownesken Momenten stapelten sich Blechzylinder übereinander, am Ende sind es ELF, Saltos rückwärts von der dritten Etage im Menschenstapel zur dritten Etage, der traditionelle Tanz des Affenkönigs kommt drin vor und umwirbt eine Gummirückenbiegekünstlerin – indem er an verschiedenen Stellen auf ihr Handstand macht - wow. Publikum wird einbezogen und Freude, ja so viel Freude am Tun sehe ich und Applaus!! Vor der Show wieder eine kleine Tanzperformance in Apsara – diese Anmut, wie sich die Füße und die Finger geschmeidig biegen, ihr Lächeln – es ist ganz anders als das Erlebnis des Tanzes als Touristenattraktion - ich bin entzückt. Wir sind entzückt. Zurück mit Fahrtwind, der fast kühl ist, erfrischend. Die beiden Töchter sind interessiert an unserem Tun. Kann man das auf youtube sehen? JA und der Hausherr fragt, ob wir nicht morgen in der Dorfschule für das Dorf spielen können, Schule ist keine, es ist nämlich 8. März, Internationaler Frauentag, und da haben die Frauen frei. Gute Idee. Morgen ist frei und die Männer spielen die Show zu zweit, Frühstück könnte auch vom Hausherrn gemacht werden, wir Frauen hängen rum und starren in die Gegend. Nö. Schade.

Ja und alles andere ist schon so lange her. Heute Morgen... Also die Herfahrt war ein wenig aufregend, unser Fahrer musste alles überholen, was den Weg versperrte und auch Hupen bei jeder Gelegenheit, Bremsen schnell anfahren PUHHH, mir war schlecht. Wo ist unser HAN aus Phnom Penh?

Also heute Morgen...längerer Weg mit Tucktuck zur Kok Kroing English School von Roger Sun, einem aus Belgien stammenden ehemaligen Mitarbeiter der UNO, der seine Pension mit den Kindern hier teilt.

Die Schule gibt Unterricht für die Ärmsten und versorgt die Kinder mit Frühstück, oft die einzige Mahlzeit, die die Kinder am Tag bekommen. Vor 11 Jahren hat er damit begonnen und das zweistöckige Schulgebäude, in dessen oberer Etage sich ein großer Raum mit Bühne befindet, ist sein Werk: „Hab ich selbstgebaut“ sagt er. Die Mädchen üben noch ein bisschen Tanzen. Davon hatte ich schon Fotos auf seiner Facebookseite gesehen. Auf die Frage, wie er die Anweisungen zu dem Tanz geben kann, offenbart er uns, dass er sich in der Hauptstadt „...als ich noch jung war“ an einer künstlerischen Schule damit vertraut gemacht hat. Die Liebe habe ihn in das Land gezogen. Das hatten wir ja gerade schon in unserem Guesthouse, scheint des Öfteren vorzukommen. Die Menschen sind auch so durchsichtig offen freundlich.

Morgen so früh raus wie noch nie. 6 Uhr Frühstück, halb sieben los.
Na dann gute Nacht, sweet dreams, ßó ban loá. Carola











Dienstag, 6. März 2018

Klarstellung

Es ist schon lange an der Zeit, über die Flecken auf meiner Hose (also die von Mr. Paintbach) zu schreiben, vor allem die im Schritt. Es ist nur Wasser- das vorweg. Aber wie kommt es da hin?
In jeder Show stecke ich in einer Entscheidungskrise; Mr. Carrot (Heiko) spritzt mir aus überschwänglicher Freude (kombiniert mit einer gehörigen Portion Hinterlist) darüber, dass ich es schaffe, mit fünf Bällen zu jonglieren aus seiner Trinkflasche das Wasser in mein Gesicht- sehr zur Freude des Publikums. Nun stehe ich also da, das kühle Feucht läuft mir den Bauch herunter- Richtung Schritt! Je länger ich überrascht so stehe und meinen Ärger entstehen lasse, des do länger kann sich das Publikum daran erfreuen. Je länger ich aber stehe, desto tiefer läuft es unter meinem Hemd und macht mir die Hose so unansehlich und missverständlich nass, desto größer wird der Fleck im Schritt! Ich muss also täglich zwischen den Lachern auf der einen Seite und meiner Eitelkeit auf der anderen entscheiden. Was für eine Zwickmühle!

Heute spielten wir vormittags etwas außerhalb der Stadt. Wir besuchten eine staatliche Schule, die „Buyongdounkeo secondary school“. Vor der Show ging ich auf der Suche nach der Toilette übers Gelände. In den elf Klassenräumen herrschte lebendiges Treiben. Das Publikum war heute sehr zahlreich und etwas älter als sonst. Wir meinten vorher, die Ballnummer deshalb etwas kürzer spielen zu müssen. Größere Kinder durchschauen das Versteckspiel eher und sind eher gelangweilt davon. Weit gefehlt- diese hatten besonders viel Spaß daran, so dass wir die Szene im Gegenteil noch länger ausspielten- You never know!

Am Nachmittag dann die Show ganz in der Nähe des Guesthouse. Wir besuchten „Bridges Of Hope“, ein Projekt, dass die Kinder der Ärmsten auf die Schule vorbereitet. Dort bat man uns, keine Fotos von den Kindern zu machen. Deshalb beschreibe ich Euch, was ich gesehen habe. Große Augen, lächelnde, lachende Kinder, Gesichter, die erstaunt, erfreut, überrascht, fragend, begeistert blicken. Das ist mir und Euch nicht neu, ich weiß. Aber heute war es wieder so ein besonderes Bild. Wir sind an einem besonderen Ort. Ich sitze da (in einer meiner wenigen „Pausen“- Momente während der Show) und beobachte nur, schaue die Kinder an. Mir kommen ein paar Gedankensplitter; Im Lachen unterscheiden sich die Kinder aller Spielorte kaum. Wie verschieden sind aber die Möglichkeiten in Bezug auf ihre Zukunft: Werden diese Kinder hier einmal die Armut überwinden können, eine Ausbildung machen, eine Arbeit haben, die ihnen Spaß bereitet, werden sie selbst entscheiden können, wen sie heiraten? Lange kann ich darüber nicht nachdenken, gleich kommt ja mein Einsatz. Mein Job ist hier die Show. Beschäftigen wird es mich sicher später weiter.

Typisch Carola! Ich muss mich konzentrieren, um den Blog zu schreiben und was macht sie? Nervt mich mit irgendwelchen Fragen! Als ich mir Ruhe wünsche, wird sie pampig- wie das manchmal so ihre Art ist (bei uns Klinikclowns heißt sie „Pampi“- kurz für „Pampelmusina“). Um mich zu wehren, werfe ich ihr die Chipstüte ins Bett. Dass die Tüte dabei aufgeht und sich die Chips auf ihrem Kopfkissen verteilen, dafür kann ich ja nichts! Und was macht sie? Bringt sie nicht etwa in den Mülleimer, nachdem sie die Krümel zusammengesucht hat- nein, wirft sie in MEIN Bett! So ungerecht geht es in Zimmer 17 zu!

Aber meistens verstehen wir uns gut!

Gute Nacht!
Andreas