Dienstag, 6. März 2018

Klarstellung

Es ist schon lange an der Zeit, über die Flecken auf meiner Hose (also die von Mr. Paintbach) zu schreiben, vor allem die im Schritt. Es ist nur Wasser- das vorweg. Aber wie kommt es da hin?
In jeder Show stecke ich in einer Entscheidungskrise; Mr. Carrot (Heiko) spritzt mir aus überschwänglicher Freude (kombiniert mit einer gehörigen Portion Hinterlist) darüber, dass ich es schaffe, mit fünf Bällen zu jonglieren aus seiner Trinkflasche das Wasser in mein Gesicht- sehr zur Freude des Publikums. Nun stehe ich also da, das kühle Feucht läuft mir den Bauch herunter- Richtung Schritt! Je länger ich überrascht so stehe und meinen Ärger entstehen lasse, des do länger kann sich das Publikum daran erfreuen. Je länger ich aber stehe, desto tiefer läuft es unter meinem Hemd und macht mir die Hose so unansehlich und missverständlich nass, desto größer wird der Fleck im Schritt! Ich muss also täglich zwischen den Lachern auf der einen Seite und meiner Eitelkeit auf der anderen entscheiden. Was für eine Zwickmühle!

Heute spielten wir vormittags etwas außerhalb der Stadt. Wir besuchten eine staatliche Schule, die „Buyongdounkeo secondary school“. Vor der Show ging ich auf der Suche nach der Toilette übers Gelände. In den elf Klassenräumen herrschte lebendiges Treiben. Das Publikum war heute sehr zahlreich und etwas älter als sonst. Wir meinten vorher, die Ballnummer deshalb etwas kürzer spielen zu müssen. Größere Kinder durchschauen das Versteckspiel eher und sind eher gelangweilt davon. Weit gefehlt- diese hatten besonders viel Spaß daran, so dass wir die Szene im Gegenteil noch länger ausspielten- You never know!

Am Nachmittag dann die Show ganz in der Nähe des Guesthouse. Wir besuchten „Bridges Of Hope“, ein Projekt, dass die Kinder der Ärmsten auf die Schule vorbereitet. Dort bat man uns, keine Fotos von den Kindern zu machen. Deshalb beschreibe ich Euch, was ich gesehen habe. Große Augen, lächelnde, lachende Kinder, Gesichter, die erstaunt, erfreut, überrascht, fragend, begeistert blicken. Das ist mir und Euch nicht neu, ich weiß. Aber heute war es wieder so ein besonderes Bild. Wir sind an einem besonderen Ort. Ich sitze da (in einer meiner wenigen „Pausen“- Momente während der Show) und beobachte nur, schaue die Kinder an. Mir kommen ein paar Gedankensplitter; Im Lachen unterscheiden sich die Kinder aller Spielorte kaum. Wie verschieden sind aber die Möglichkeiten in Bezug auf ihre Zukunft: Werden diese Kinder hier einmal die Armut überwinden können, eine Ausbildung machen, eine Arbeit haben, die ihnen Spaß bereitet, werden sie selbst entscheiden können, wen sie heiraten? Lange kann ich darüber nicht nachdenken, gleich kommt ja mein Einsatz. Mein Job ist hier die Show. Beschäftigen wird es mich sicher später weiter.

Typisch Carola! Ich muss mich konzentrieren, um den Blog zu schreiben und was macht sie? Nervt mich mit irgendwelchen Fragen! Als ich mir Ruhe wünsche, wird sie pampig- wie das manchmal so ihre Art ist (bei uns Klinikclowns heißt sie „Pampi“- kurz für „Pampelmusina“). Um mich zu wehren, werfe ich ihr die Chipstüte ins Bett. Dass die Tüte dabei aufgeht und sich die Chips auf ihrem Kopfkissen verteilen, dafür kann ich ja nichts! Und was macht sie? Bringt sie nicht etwa in den Mülleimer, nachdem sie die Krümel zusammengesucht hat- nein, wirft sie in MEIN Bett! So ungerecht geht es in Zimmer 17 zu!

Aber meistens verstehen wir uns gut!

Gute Nacht!
Andreas




















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