Donnerstag, 8. März 2018

Rekordverdächtig

Um 7.45 Uhr tänzeln wir mit Musik aus unserer „Garderobe“ in Richtung „Bühne“. Wir sind etwas außerhalb Battambangs in einer Preschool. Normalerweise ist heute schulfrei, da auch hier in Kambodscha der Internationale Frauentag gefeiert wird.
Auf dem sandigen Schulhof, wie mag der wohl in der Regenzeit ausschauen, hocken und stehen etwa 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Immer mehr Zaungäste gesellen sich dazu. Plötzlich wird es leerer im Kreis, weil ein Lehrer vom Kiosk aus den Kindern irgend etwas zuruft. Anscheinend ist Getränke- und Essensausgabe. Tapfer spielen wir weiter und der Kreis füllt sich wieder wie zuvor.
Übrigens bedeutet 7.45 Uhr Show, dass wir bereits um 5.45 Uhr hoch sind, um noch frühstücken zu können. Je nach Vorliebe hatte jeder schon gestern Abend sein Frühstück bestellt. So standen Reisnudelsuppe, Baguette mit Omelett und Fruitplate auf dem Tisch.
Mein Teller war gefüllt mit Banane, Mango, Ananas, Litschi und Dragonfruit, diese Vielfalt an frischen, süßen, farbenfrohen Früchten werde ich vermissen.

Mittlerweile sind wir wieder in unserer grünen Oase angekommen und machen Pause. Um 12.50 Uhr geht‘s wieder los zu Show Nr. 2.
Gestern Abend fragt uns das Guesthousebesitzerehepaar, ob wir nicht gegen Abend auch eine Show auf dem hiesigen Dorfplatz spielen könnten. Und jetzt nach der ersten Show haben wir uns entschlossen auch diese noch zu spielen. Anderenfalls wäre es ja nun vorbei, was wir nicht so richtig wahrhaben wollen.

Wir spielten in einer Halle der Schule die auf dem Gelände des Childsave Network. Hier gibt es neben dem Office ein paar Wohnhäuser, in denen einige der Waisenkinder leben. Weitere wurden mopedweise aus den Unterkünften der Umgebung herangefahren. So kamen wir auf 120 Zuschauer.
Auf dem Rückweg zum Guesthouse kurz noch Besenshopping für MeckPom.

Schnell die Showklamotten in die Sonne gehängt und etwas verschnaufen. Und kurze Fotosession mit der jüngsten Hausbewohnerin.  Rein in meine Riesenschuhe, Nase auf, Teller in die Hand und fertig ist der kambodschanische Clownsnachwuchs.
Dann machten wir uns, geschminkt und mit Musik, im TukTuk auf zur Derniére. Während der Fahrt machen wir noch Werbung für unseren spontanen Auftritt fürs Dorf.  Zunächst war nur eine Hand voll Kinder dort. Also auf die Sandschotterpiste gestellt und weiter Musik gemacht. Nach und nach kamen immer mehr neugierige Gesichter auf uns zu. Mopeds, Fahrräder, der Eistuktukmann, Landmaschinen, alle hielten an und staunten, bleiben stehen oder schauten bis zum Schluss.
Die staunenden Blicke der Kinder über drei mit roten Nasen mitten im Zentrum des Straßendorfes überwiegen mehr wie lautes Lachen. Erst nach und nach tauen sie auf.   

Wie es oft ist, bekommt man den Fotografen, obwohl er alles ins rechte Licht setzt, selbst nicht so zu sehen. Einiges konnte er auf der Tour sammeln. Darum hier geballt unser Ollie.
Herzlichen Dank für dein Dabeisein.
Dieser herzliche Dank gebührt natürlich auch meinen beiden Clownskollegen Carola und Andreas. Es war mir eine Freude, mich Euch auf der Bühne zu stehen. Und um die Dankesrunde zu komplettieren gehen weitere Danke schön an alle NGO-MitarbeiterInnen für ihre vielfältige Unterstützung, unserem Taxidriver Han und den unterschiedlichsten Betreibern und Mitarbeitern der Hotels und Guesthouses. Nicht zuletzt unseren Vereinsmitgliedern und Spendern, die diese wichtige Arbeit erst ermöglichen.

Morgen um 5.30 Uhr, aufgemerkt, das Team hat sich zu Frühaufstehern entwickelt, geht unser Taxi zur thailändischen Grenze und dann weiter nach Bangkok.
„One Night in Bangkok“

Und wie geht es mir? Auf jeden Fall fühl ich mich erfüllt. Erfüllt in Herz und Seele, zu wissen etwas Sinnvolles zu tun. Das haben uns auch die hier lebenden und arbeitenden NGO-MitarbeiterInnen immer wieder bescheinigt. So erzählten und schrieben uns immer wieder sich aufopfernde Menschen aus aller Menschen Länder, denen wir begegnet sind. Einige verbringen ihren Lebensabend damit, für Kinder der Ärmsten da zu sein, ihnen Bildung und Nahrung zukommen zu lassen. Andere machen ein Freiwilliges Soziales Jahr oder arbeiten bei Hilfsorganisationen der unterschiedlichsten Couleur.
Mit einem tollen Team unterwegs, fast gewesen zu sein. Allen war von Anfang an klar, wir sind hier für die Kinder unterwegs und müssen unsere persönlichen Macken hintenanstellen. Nicht immer einfach, wenn man mehr oder weniger 24 Stunden aufeinander hockt.

AKON DANKE
Heiko























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